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Theorie, Strategie und Ideologie
Grundprobleme ökonomischer Transformation
pp. 113-131
Abstract
Unser Verständnis der Problematik wirtschaftlicher Reformen hat sich seit Beginn der revolutionären Umwälzungen in Mittel- und Osteuropa seit Ende der 80er Jahre beträchtlich erweitert. Deutlich geworden sind vor allem die vielfältigen institutionellen, politischen und kulturellen Faktoren, die den ökonomischen Reformprozeß beeinflussen; die damit verbundenen strategischen Herausforderungen an Reformpolitiker; und die tiefgreifenden Schwierigkeiten für Akteure auf allen gesellschaftlichen Ebenen bei der kognitiven und mentalen Bewältigung rapiden sozialen Wandels. Während sich einerseits unser Verständnis verbessert, ergeben sich andererseits im Laufe der realen Veränderungen immer wieder Phänomene, die den Rahmen unserer Konzeptualisierungen der postkommunistischen Transformationen zu sprengen scheinen. Warum z.B. hat der tschechische Premierminister Vaclav Klaus, der als selbstbewußter und lautstarker Verfechter neoliberaler Reformen bekannt ist, eine gradualistische Reformstrategie mit ausgeprägt korporatistischen und sozialdemokratischen Zügen verfolgt?1 Wie hängt das mit seinem politischen Erfolg und seiner Popularität zusammen? Warum steuerte die ungarische Koalitionsregierung des sozialistischen Premierministers Gyula Horn einen schmerzhaften finanzpolitischen Stabilisierungskurs, wenn doch die Rückkehr von Reformkommunisten an die Macht als Ausdruck ihrer ideologischen Anziehungskraft für reformmüde Wähler gelten kann?
Publication details
Published in:
(1998) Postsozialistische krisen: theoretische Ansätze und empirische Befunde. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Pages: 113-131
DOI: 10.1007/978-3-322-95811-2_6
Full citation:
Pickel Andreas (1998) „Theorie, Strategie und Ideologie: Grundprobleme ökonomischer Transformation“, In: , Postsozialistische krisen, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 113–131.