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Klassiker der Deutschsprachigen Betriebswirtschaftslehre
pp. 34-43
Abstract
Wir interpretieren Gutenberg und später auch Simon u. a. nicht historisch, sondern bezogen auf die aktuelle Lage der betriebswirtschaftlichen Forschung. Die Bezeichnung Klassiker verdienen sich Texte und deren Autoren im Wissenschaftssystem dadurch, daß ihre Problemstellungen aktuell bleiben und die Arbeit an ihnen heute noch fortsetzbar und lohnenswert erscheint, und nicht dadurch, daß man auch heute noch ihre Problemlösungen für richtig hält. An einem Klassiker ist abzulesen, was zu leisten wäre, und nicht, wie es zu leisten ist. Für diese Auffassung spricht insbesondere ihre Ähnlichkeit zur Funktion, die Klassiker in der Kunst besitzen; dort kann es ja auch nicht darum gehen, auch künftig noch zu Malen wie Goya oder zu Dichten wie Balzac. Sie dienen der Orientierung, indem sie verhindern, daß man hinter den erreichten Stand der Kunst zurückfällt; sie schließen die bloße Imitation als Fortsetzung von Kunstgeschichte aus.
Publication details
Published in:
Witt Frank H. (1995) Theorietraditionen der betriebswirtschaftlichen Forschung: Deutschsprachige Betriebswirtschaftslehre und Angloamerikanische Management- und Organisationsforschung. Wiesbaden, Gabler.
Pages: 34-43
DOI: 10.1007/978-3-322-86563-2_6
Full citation:
Witt Frank H. (1995) Klassiker der Deutschsprachigen Betriebswirtschaftslehre, In: Theorietraditionen der betriebswirtschaftlichen Forschung, Wiesbaden, Gabler, 34–43.