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218223

Entscheidbarkeit durch Modernisierung

Oliver Dimbath

pp. 81-122

Abstract

Nachdem ich im vorangehenden Abschnitt im Zug meiner Ausführungen über den Begriff des Entscheidens Fragestellungen der allgemeinen Soziologie verhandelt habe, möchte ich das bisher Dargestellte mit gesellschaftstheoretischen Themen verbinden. Wie bereits gezeigt wurde, muss sich gerade eine soziologische Analyse nicht allein um das Moment des Entschlusses, sondern auch um die Betrachtung der Herkunft und Ausgestaltung der als Handlungsentwürfe zu verstehenden Entscheidungsoptionen drehen. Damit stellt sich eine Untersuchung von Entscheidungen auch als Analyse der der jeweiligen Entscheidung zugrunde liegenden "biographischen" Situation des Entscheiders dar.41 Biographien sind ihrerseits durch gesellschaftlichen Wandel geprägt, oder bilden - anders herum gefasst — bedeutsame Quellen der Analyse eines solchen Wandels. Wie die Wechselwirkung zwischen historischem Individuum und historischer Gesellschaft für die Analyse von Modernisierungsprozessen genutzt wird, hängt von der jeweils eingenommenen Betrachtungsperspektive ab: Einerseits kann im Rahmen der Diskussion auf die Prägekraft gesellschaftlicher "Großgruppenphänomene" gegenüber der Entwicklung und der korrespondierenden Interpretation des Einzelnen, andererseits auf die Entwicklungen und Interpretationen des Einzelnen und die sich daraus ergebende "globale" Veränderung eingegangen werden.

Publication details

Published in:

Dimbath Oliver (2003) Entscheidungen in der individualisierten Gesellschaft: Eine empirische Untersuchung zur Berufswahl in der fortgeschrittenen Moderne. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.

Pages: 81-122

DOI: 10.1007/978-3-322-80471-6_4

Full citation:

Dimbath Oliver (2003) Entscheidbarkeit durch Modernisierung, In: Entscheidungen in der individualisierten Gesellschaft, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 81–122.