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220044

Wahrnehmungslernen durch Blickbewegungen

Peter Wolff

pp. 63-111

Abstract

Keine willkürlich kontrollierbare Bewegung steht so ausschließlich im Dienste der Wahrnehmung wie die sakkadische Blickbewegung. Während alle übrigen Willkürbewegungen eine aktive Veränderung der Umwelt erlauben, dient die Blickbewegung keinem anderen Zweck, als den Organismus mit visueller Information über die Umwelt zu versorgen. Diesen Zweck erfüllt sie einmal dadurch, daß sie periphere Sinnesinformation beschafft, indem sie das Auge an die Information heranführt. Aber es läßt sich empirisch belegen, daß die Blickmotorik auch darüber informiert, was die retinale Reizung ökologisch bedeutet, d.h. welcher Umweltsachverhalt durch sie spezifiziert wird. Diese Validierung der retinalen Reizung durch sakkadische Blickbewegung ist Gegenstand dieses Beitrages. Wie kann man durch bloße Blickbewegung lernen, die Umwelt valide wahrzunehmen? Zunächst werden wir den Sachverhalt des Wahrnehmungslernens mittels sakkadischer Blickbewegung zu belegen haben. Anschließend wollen wir theoretische Erklärungsmöglichkeiten diskutieren.

Publication details

Published in:

Neumann Odmar (1985) Perspektiven der Kognitionspsychologie. Dordrecht, Springer.

Pages: 63-111

DOI: 10.1007/978-3-642-70747-6_3

Full citation:

Wolff Peter (1985) „Wahrnehmungslernen durch Blickbewegungen“, In: O. Neumann (Hrsg.), Perspektiven der Kognitionspsychologie, Dordrecht, Springer, 63–111.