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Kurze Geschichte des Indischen Denkens
pp. 239-248
Abstract
In der indischen Philosophie spricht man von zwei großen Denkrichtungen. Die eine sieht in der Philosophie eine spirituelle Disziplin, während die andere Philosophie zu einer analytischen, reflexiv-kritischen und exegetisch-hermeneutischen Disziplin ausarbeitet. Zur ersteren zählen die Systeme der Schulen des Samkhya, des Yoga und des Vedanta, zur zweiten die der Schulen des Mimamsa, der Nyaya und des Vaishesika. Die erste Richtung bleibt der vedischen Tradition verpflichtet und ist vornehmlich weltanschaulich orientiert. Die Schulen der zweiten Gruppe dagegen neigen zu einer analytischen Philosophie. Diese sechs Schulen werden die orthodoxen genannt, die mehr oder minder der vedischen Tradition verpflichtet bleiben. Die verbleibenden drei nicht-orthodoxen Schulen: Buddhismus, Jainismus und Carvaka fühlen sich der vedischen Tradition nicht verpflichtet; ihre Haltung dieser gegenüber ist kritisch und ablehnend (vgl. Glasenapp 1985, S. 136ff.).
Publication details
Published in:
Grätzel Stephan, Kreiner Armin, Amin Ataollah, Gerhard Michael, Nöthlings Christoph, Peters Janssen (1999) Religionsphilosophie: Lehrbuch Philosophie. Stuttgart, Metzler.
Pages: 239-248
DOI: 10.1007/978-3-476-05028-1_16
Full citation:
Grätzel Stephan, Kreiner Armin (1999) Kurze Geschichte des Indischen Denkens, In: Religionsphilosophie, Stuttgart, Metzler, 239–248.