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Der Forscher als Exot
Fremdheit als Ressource praxeologischer Feldforschung
pp. 243-264
Abstract
Die Veröffentlichung von La misère du monde im Jahre 1993 (Bourdieu et al. 1993) löste eine breite Debatte über das narrative Interview als ‚legitime" Erhebungsmethode sozialwissenschaftlicher Forschung aus. Dabei trat einmal mehr die Skepsis offen zu Tage, mit der Sozialwissenschaftler der Feldforschung und ihren üblichen Erhebungsinstrumenten auch heute noch oft begegnen. La misère du monde besteht aus einer Reihe von seitenlangen Tiefeninterviews, gefolgt von einem Kommentar des jeweiligen Verfassers. In dieser 'série d"entretiens commentés' (Beaud 1996) liegt das Interviewmaterial gleichsam in Rohform vor, und es scheint zunächst, als solle es für sich und ganz von selbst sprechen. Die massive Kritik vorausahnend, die diese Form der Präsentation empirischer Forschungsergebnisse unter Wissenschaftlern hervorrufen würde, beschlossen Pierre Bourdieu und sein Forscherteam kurz vor der Fertigstellung des Buchs, die methodologischen Implikationen (und Beweggründe) der hier verwendeten Forschungs- und Interviewmethode ausführlich darzulegen.
Publication details
Published in:
Bernhard Stefan, Schmidt-Wellenburg Christian (2012) Feldanalyse als Forschungsprogramm 1: Der programmatische Kern. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Pages: 243-264
DOI: 10.1007/978-3-531-94259-9_9
Full citation:
Hartmann Eddie (2012) „Der Forscher als Exot: Fremdheit als Ressource praxeologischer Feldforschung“, In: S. Bernhard & C. Schmidt-Wellenburg (Hrsg.), Feldanalyse als Forschungsprogramm 1, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 243–264.