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Das gelehrte Feld der Vormoderne
Möglichkeiten und Grenzen von Feldanalysen in der Geschichtswissenschaft
pp. 321-344
Abstract
Innerhalb der Soziologie Pierre Bourdieus spielt die Analyse des wissenschaftlichen Feldes eine zentrale Rolle. Sie gewährt nicht nur einen kritischen Blick auf die soziale Reproduktion und Distinktion von Gelehrten, Wissenschaftlern und Intellektuellen, sondern schafft überhaupt erst die Bedingungen für eine "reflexive Anthropologie" (Bourdieu / Wacquant 1996a), indem sie allgemein nach den sozialen Konstitutionsbedingungen von Wissenschaft fragt. Für die interdisziplinäre Anschlussfähigkeit bietet Bourdieus praxeologische Wissenssoziologie jedoch mehrere Hürden. Einerseits konzentrieren sich seine empirischen Untersuchungen auch im Falle der Wissenschaft meist auf die französische Gesellschaft des 20. Jahrhunderts, andererseits hat er selbst keine Versuche unternommen, die Entwicklung des wissenschaftlichen Feldes, im Gegensatz etwa zum bürokratischen oder literarischen Feld (Bourdieu 1999, 2004), historisch zu rekonstruieren. Unser Beitrag versucht daher, die Genese des gelehrten Feldes vom Mittelalter bis zum Beginn der Moderne zu skizzieren, und diskutiert damit gleichzeitig Möglichkeiten und Grenzen von Feldanalysen in der Geschichtswissenschaft.
Publication details
Published in:
Bernhard Stefan, Schmidt-Wellenburg Christian (2012) Feldanalyse als Forschungsprogramm 1: Der programmatische Kern. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Pages: 321-344
DOI: 10.1007/978-3-531-94259-9_12
Full citation:
Füssel Marian, Trüter Ingo (2012) „Das gelehrte Feld der Vormoderne: Möglichkeiten und Grenzen von Feldanalysen in der Geschichtswissenschaft“, In: S. Bernhard & C. Schmidt-Wellenburg (Hrsg.), Feldanalyse als Forschungsprogramm 1, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 321–344.