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216550

Rollenstruktur und Konfliktaustragung in einer Fernsehdiskussion

Helmut Gruber

pp. 317-348

Abstract

Diskursanalytische Untersuchungen zur verbalen Austragung von Konflikten sind sowohl im deutsch- wie auch im englischsprachigen Raum nicht sehr häufig und weisen in den meisten Fällen einige Unzulänglichkeiten auf, die bereits bei der Materialgewinnung beginnen. Meist lassen sich zwei Arten der Datenerhebung unterscheiden: beim größeren Teil der Untersuchungen werden Gesprächsaufnahmen, die im Rahmen einer anderen Fragestellung erhoben wurden, auch auf das Auftreten und die interaktive Bearbeitung von Konflikten hin untersucht und die so gefundenen Interaktionsausschnitte als Textkorpus für die Analyse verwendet. Ein kleinerer Teil der Untersuchungen verzichtet überhaupt auf die Verwendung "authentischer" Texte und untersucht Streitgespräche, die im Rahmen von Filmen (besonderer Beliebtheit erfreuen sich hier Bergman's "Szenen einer Ehe"), Theaterstücken ("Wer hat Angst vor Virginia Woolf") und auch populärpsychologischen Kommunikationsratgebern ("Streiten lernen" u.ä.) auftreten. In keiner der Arbeiten, die diese Art der Datenauswahl treffen, werden aber die speziellen Kontextbedingungen dieses Materials in der Analyse methodisch in Rechnung gestellt; im Gegenteil, meist lautet die Rechtfertigung für dieses Vorgehen, daß in den angeführten Genres Streitgespräche und Konfliktaustragungsstrategien besonders zugespitzt und deshalb "idealtypischer" als in Alltagskommunikation auftreten würden.

Publication details

Published in:

Hess-Lüttich Ernest (1992) Medienkultur — Kulturkonflikt: Massenmedien in der interkulturellen und internationalen Kommunikation. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.

Pages: 317-348

DOI: 10.1007/978-3-322-83613-7_15

Full citation:

Gruber Helmut (1992) „Rollenstruktur und Konfliktaustragung in einer Fernsehdiskussion“, In: E. Hess-Lüttich (Hrsg.), Medienkultur — Kulturkonflikt, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 317–348.