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Historische Musikwissenschaft
Krisenprofil und Perspektiven
pp. 221-244
Abstract
In diesem Beitrag wird argumentiert, dass die Grundlagen und Perspektiven der Historischen Musikwissenschaft nicht nur von der ›immanenten‹ Qualität ihrer Arbeitskonzepte und Aussagensysteme abhängen, sondern wesentlich auch von der Qualität der Beziehungen zu ihren Umwelten. Als die beiden maßgeblichen Umwelten der Historischen Musikwissenschaft werden das Musikleben und das Wissenschaftssystem betrachtet. Beide sind durch starke Dynamiken und Strukturwandel gekennzeichnet: das Musikleben infolge der Technifizierung und Medialisierung kultureller Produktion und Rezeption, das Wissenschaftssystem durch die Krise der Geisteswissenschaften und den Aufstieg der Biologie zur Leitwissenschaft des 21. Jh.s. Die Historische Musikwissenschaft erfährt einen doppelten Statusverlust: Aus dem Musikleben heraus durch die Statusrelativierung der Kunstmusik westeuropäischer Tradition (also einer gesellschaftlichen Exprivilegierung ihres Gegenstandes), im Wissenschaftssystem durch die weitere Relevanzverschiebung zugunsten der naturwissenschaftlichen Paradigmen.
Publication details
Published in:
Calella Michele, Urbanek Nikolaus (2013) Historische Musikwissenschaft: Grundlagen und Perspektiven. Stuttgart, Metzler.
Pages: 221-244
DOI: 10.1007/978-3-476-05348-0_11
Full citation:
Neuhoff Hans (2013) „Historische Musikwissenschaft: Krisenprofil und Perspektiven“, In: M. Calella & N. Urbanek (Hrsg.), Historische Musikwissenschaft, Stuttgart, Metzler, 221–244.