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Zwischen Organisation und scientific community
pp. 271-293
Abstract
Graduiertenschulen transformieren das traditionelle Meister-Schüler-Verhältnis zwischen Betreuer*in und Doktorand*in in ein Ausbildungsprogramm von Universitäten. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Effekte dieser Wandel auf die Identitätskonstruktionen von Doktorand*innen hat. Als Programme von Organisationen generieren Graduiertenschulen eine spezifische Organisationsidentität, die sie sowohl nach außen kommunizieren als auch nach innen durchsetzen. Anhand organisationsbezogener Fallstudien in fünf Graduiertenschulen wird rekonstruiert, wie sich Doktorand*innen gegenüber den in der Organisationsidentität institutionalisierten Erwartungen verhalten. Organisationsintern verfügen Graduiertenschulen nur über eine schwach ausgeprägte Organisationsidentität, da andere Bezüge handlungsleitend für die Doktorand*innen sind. Für die Identitätskonstruktionen von Doktorand*innen ist weiterhin die Vorstellung einer wissenschaftlichen Persönlichkeit wirkmächtig, die eine hohe intrinsische Motivation und Einsatzbereitschaft verlangt. Unter diesen Voraussetzungen bleibt das Verhältnis zur Arbeit an der Dissertation auch in Graduiertenschulen stark individualisiert. Organisationale Arrangements der Graduiertenschulen befördern eine nicht mehr nur inhaltlich bestimmte, sondern zunehmend strategische Perspektive der Doktorand*innen auf ihre Arbeit.
Publication details
Published in:
Deppe Ulrike (2020) Die Arbeit am Selbst: Theorie und Empirie zu Bildungsaufstiegen und exklusiven Karrieren. Dordrecht, Springer.
Pages: 271-293
DOI: 10.1007/978-3-658-23580-2_14
Full citation:
Bloch Roland (2020) „Zwischen Organisation und scientific community“, In: U. Deppe (Hrsg.), Die Arbeit am Selbst, Dordrecht, Springer, 271–293.