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Jugend verpflichtet vor den Idealen der Gesellschaft
pp. 97-114
Abstract
Sicher das bekannteste klassische Werk der deutschen Jugendpsychologie ist die "Psychologie des Jugendalters' von Eduard Spranger, die zuerst 1924 erschienen ist. Welche Aufgabe sich Spranger gesetzt hat und mit welchen Methoden er sie lösen will, geht gleich aus den ersten Sätzen hervor: "In keinem Lebensalter hat der Mensch ein so starkes Bedürfnis nach Verstandenwerden wie in der Jugendzeit. Es ist, als ob nur durch ein tieferes Verstehen dem werdenden Wesen herausgeholfen werden könnte."1) Spranger will den Jugendlichen, dessen sichtbarster Zug die Verschlossenheit sei, verstehen. Die Psychologie, die "durch ein vollständiges Gemälde der seelischen Organisation in der Jugendzeit ein tieferes Verstehen" ermöglichen soll, nennt er deshalb auch verstehende Psychologie, Verstehen heißt in einen inneren Zusammenhang eindringen und diesen Zusammenhang als sinnvoll erfassen. Mit diesem Anspruch steht Spranger in der Tradition Diltheys.
Publication details
Published in:
Abels Heinz (1993) Jugend vor der Moderne: soziologische und psychologische Theorien des 20. Jahrhunderts. Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften.
Pages: 97-114
DOI: 10.1007/978-3-322-93645-5_9
Full citation:
Abels Heinz (1993) Jugend verpflichtet vor den Idealen der Gesellschaft, In: Jugend vor der Moderne, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 97–114.